Vereinschronik

Chronik der Gartenfreunde Stuttgart-Heslach e.V.

In den Jahren 1944/45 wurden folgende Pachtgrundstücke in Heslach für Kleingärtner urbar / nutzbar gemacht:

Schickardtstraße, Marienplatz, Heidenklinge, Bauknecht, Hahnwald und Eierstraße

In den Jahren 1946/47 noch:

Hohlweg und Lerchenrain.

Insgesamt standen damals 268 Parzellen mit einer Gesamtfäche von 488 Ar zur Verfügung. Ein Zusammenschluss von Kleingärtnern etablierte sich dann als bald zwischen den Jahren 1946 bis 1947, als der Landesverband der Kleingärtner sowie die Bezirksgruppe Stuttgart nach dem Krieg wieder seine Arbeit aufnahm.

Um gemeinnützigen Zwecken dienen zu können und als "eingetragener Verein" vom Ministerium des Innern anerkannt zu werden, gab man sich eine Satzung in der eindeutig der Zweck und die Aufgaben definiert wurden.

Somit war der Weg zur Gründung des Kleingartenvereins Heslach geebnet und mit dem Jahr 1946 das Gründungsjahr festgeschrieben. Durch Bebauunspläne zusammengefasst enstanden die vier Kleingartenanlagen mit den Flurstücksnamen:

Lerchenrain, Heidenklinge, Hohlweg und Hahnwald.

Zur gleichen Zeit wurde rechts von der Karl-KloßStraße von den Heslacher Bürgern restlos abgeholzt und der Boden urbar gemacht - die Not nach dem Kriege machte dies erforderlich. Der Bachlauf entlang der Karl-Kloß-Straße wurde eingedohlt. Es entstand der sogennante "Hilleracker" bennant nach dem Landwirt Hiller. Dieser Acker wurde später den Kleingärtnern zugesprochen und im gleichen Zug die Gärten der früheren Gartenanlage links der Karl-Kloß-Straße gekündigt.

Am 20. April 1956 erfolgte die erste Eintragung beim Registergericht der Stadt Stuttgart unter dem Vereinsnamen "Ortsverein Stuttgart-Heslach e.V." im Landesbund der Siedler und Kleingärtner Baden-Württember e.V.

Im Flächennutzungsplan der Stadt Stuttgart wurden alsbald die Flächen der Kleingartenanlagen festgeschrieben. Laut Nachtrag vom 05.02.1952 zum Generalpachtvertrag für Daueranlagen vom 09.10.1941 sind die drei Anlagen Lercherain, Hohlweg und Hahnwald als Dauerkleingartenanlage eingetragen worden.

Im Jahre 1958 wurde die Dauerkleingartenanlage Lercherain dann zur Bundesgartenschau 1961 in Stuttgart mit 71 Parzellen völlig neu geplant. Die Entscheidung erfolgte am 15. September 1960. Gartenlauben waren nun genehmigt und wurden von den Gartenfreuden selbst aufgebaut. Gemeinschaftsarbeit wurde angesetzt und jede freie Minute im Garten sowie in der Gemeinschafts- anlage gearbeitet. Die Fertigstellung von vorerst 50 Kleingärten zur Bundesgartenschau wude in einem Artikel in der Zeitung vom 10. Februar 1961 gewürdigd und weitere 21 Kleingärten gingen im Verlauf des Sommers ihrer Vollendung entgegen. Mit dem Neuaufbau der Kleingarten- anlage Lercherain wurde auch von den damaligen Gartenfreunden ein Gemeinschaftshaus erstellt und für die drei weiteren Kleingartenanalgen, Hahnwald, Heidenklinge und Hohlweg wurden Baugenehmigungen für Garten- llaube erteilt.

Die Aktivitäten der Kleingärtner, insbesondere der Pflegemaßnahmen von öffentlichen Grün im städtischen Ballungsraum, sind in der Stuttgarter Nachrichten vom 27. August 1966 gewürdigt worden.

Im Jahre 1973 wurde der Verein in Gartenfreunde Stuttgart-Heslach e.V. unbennant. Ende der 70er Jahre erfuhr der Verein dann von den Planungen für einen Tunnel in Heslach. Aus den eingeholten Stellungsnahmen des Stadtplanungsamtes der Stadt Stuttgart besaß die Realisierung des Tiefbauprojekts Ortsumfahrung Heslach oberste Priorität.

Für die Bauzeit des Straßentunnel einschlieälich Anschussstelle Karl-Kloß-Straße ging man davon aus, dass die Kleingartenanlage Lerchenrain für ca. 4 Jahre entfernt werden muss, wobei ein kleiner Teil von etwa 20 Parzellen über die Bauzeit weiter genutzt werden kann. Nach Beendingung der Bauzeit wird die Kleingartenanlage Lercherain wieder erstellt.

Den Einspruch von seitens des Vereins wurde nach einer Besprechung abgängig behandelt und am 17. Januar 1984 erfolgte dann vom Liegenschaftsamt der Satdt Stuttgart an die Bezirkgrupppe Stuttgart die Kündigung des Generalpachtvertrages für ein Teilbereich der Kleingartenanlage Lercherain. Im April 1985 wurde mit den Abbrucharbeiten von 50 Klein- gärten und dem Gemeindschaftshaus begonnen. Aber mit der Gewissheit im Hintergrund, einer neuen Anlage mit 62 Parzellen zum Ende der 80er Jahre zu haben, wurde sofort mit der Planung eines Vereinsheim im bestehenden Teil der Kleingartenanlage begonnen.


In guter Zusammenarbeit mit den zuständigen ämtern der Stadt Stuttgart und der Bezirk- sgruppe Stuttgart wurde ein Finanzierungsplan zur Kostenteilung aufgestellt und mit dem Neubau im Dezember 1985 begonnen.

Mit insgesamt 3300 freiwilligen Arbeitstunden von Gartenfreunden wurde das neue Vereins- heim am 26. Oktober 1986 fertiggestellt und bewirtschaftet.

Als weiterer Höhepunkt wurde im gleichen Jahr das 40-jährige Verinsjubiläum mit einer Festveranstaltung gebührend gefeiert.

In den Jahre 1985 bis 1988 gingen die Arbeiten auf dem Gelände der Kleingartenanlage Lercherainfür den Neubau der B14 Ortsumfahrung Heslach zügig voran. Mit der Vergabe der Kleingartenparzellen an neue Pächter durch den Verein wurde im Frühjahr 1988 begonnen und schon am 6. Oktober wurden die ersten Lauben erstellt. Dazwischen wurden 573 freiwillige Arbeitsstunden für Wasserleitung und Haupwege in die Parzellengrundstücke erbracht.

Das neue Vereinsheim, nach der Eröffnung von Vereinsmitgliedern bewirtschaftet, wurde im Oktober 1987 erstmals verpachtet und wird seither als öffentliche Gaststätte geführt.

Die Gartenfreunde Heslach e.V. blicken im Jahr 2016 auf eine 70-jährige Geschichte zurück. Anfangs dienten die Gärten ausschließlich dem Eigenbedarf, der Versorgung der eigenen Familien mit frischen Obst und Gemüse. Heute steht mehr der Erhohlungswert im Vordergrund, wobei die kleingärtnerische Nutzung nach wie vor oberste Priorität besitzt.

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